Salzburg rauchfrei (Jahresbericht 2014)

Eines der zehn Gesundheitsziele des Landes Salzburg ist die Senkung der Lungen- und Atemwegserkrankungen im Bundesland Salzburg. Ziel ist es dabei, RaucherInnen eine effektive und nachhaltige Möglichkeit zu geben, das Risiko von Lungen- und Atemwegserkrankungen durch den Verzicht auf die Zigarette zu reduzieren.

Für Land und Krankenkassen seit 2007

Eines der zehn Gesundheitsziele des Landes Salzburg war die Senkung der Lungen- und Atemwegserkrankungen im Bundesland Salzburg.

Ziel ist es dabei, RaucherInnen eine effektive und nachhaltige Möglichkeit zu geben, das Risiko von Lungen- und Atemwegserkrankungen durch den Verzicht auf die Zigarette zu reduzieren. Die Universitätsklinik für Pneumologie unter Leitung von Prim. Michael Studnicka wurde 2007 zum Aufbau eines solchen Programmes beauftragt, welches seither in der Organisation über AVOS in Kooperation mit der Salzburger Gebietskrankenkasse läuft.

Bundesweit werden neben einer Beratung zur Rauchentwöhnung (SGKK) Schulungen angeboten, welche von speziell geschulten PsychologInnen abgehalten werden. Die Beratungen laufen nach dem wissenschaftlich evidenzbasierenden Tübinger Modell ab.

Seit Mitte 2011 werden die Kosten für die Teilnehmenden durch attraktive Rückvergütungsmodelle der Versicherungsanstalten unterstützt.

Die organisatorische Umsetzung der Entwöhnungsgruppen obliegt AVOS.

Finanzierung 2014

Ausgabevolumen 2014: rd. EUR 25.000,--

Das Budget kam zu         

  • 65 % aus Mitteln des Landes
  • 35 % über Selbstbehalte
Methodischer Zugang

Laut den aktuellen Zahlen der Steiermärkischen Gebietskrankenkasse rauchen derzeit in Österreich 1,6 Millionen Menschen, das sind mehr als 23 % der Bevölkerung. Dabei zeigt sich, dass die Anzahl der Raucher leicht sinkt, während die der Raucherinnen im Steigen ist. Europäische Zahlen weisen auf einen noch höheren RaucherInnenanteil in der Bevölkerung von ca.33% hin. Österreich ist damit im Europäischen Vergleich unter den Spitzenreitern der Staaten mit den meisten RaucherInnen in der Bevölkerung (Abb. 1)

Besonders erschreckend ist das junge Einstiegsalter der RaucherInnen von gerade einmal 13 Jahren, wobei ca. 25% der männlichen und 30% der weiblichen Jungendlichen angeben, regelmäßig zu rauchen. http://www.endlich-aufatmen.at/fakten/zahlen/.

Abb. 1: Quelle: http://www.welt.de/gesundheit/article12921661/Das-ist-die-neue-Europa-Karte-des-Rauchens.html

Jede/r zweite bis dritte RaucherIn in Österreich entwickelt eine COPD (Chronic obstructive pulmonary disease) und 50 Prozent aller RaucherInnen möchten in den nächsten sechs Monaten mit dem Rauchen aufhören, finden jedoch nicht die benötigte Hilfe.

Eine entsprechende Beratung bei niedergelassenen ÄrztInnen kann den ersten richtigen Anstoß für die wichtige Unterstützung darstellen, mit der Schulung werden RaucherInnen professionell betreut und weiter in der Entwöhnung unterstützt.

Das Rauchentwöhnungsprogramm von AVOS richtet sich nach dem evidenzbasierten Tübinger Modell und wird im Gruppensetting von 6 bis 12 Personen über einen Zeitraum von 6 Wochen angeboten. Dabei werden die Teilnehmenden von ÄrztInnen und Klinischen PsychologInnen einmal pro Woche über 1,5 Stunden betreut, informiert und in der Gruppe unterstützt und motiviert. Die aufhörwilligen RaucherInnen werden langsam auf den Rauchstopp vorbereitet und erfahren ein individuelles Programm zur Rückfallprophylaxe.

Die Schulungen werden im ganzen Bundesland angeboten, dabei kann sich jede Praxis bzw. Gemeinde und jeder Betrieb ab mindestens 6 TeilnehmerInnen sowie jede Einzelperson ortsunabhängig für eine Schulung anmelden. Die organisatorische Betreuung über AVOS erfolgt durch die Förderung des Landes kostenfrei. Die Kurse zur Rauchentwöhnung können in eigenen Räumlichkeiten oder bei AVOS erfolgen.

Die aufhörwilligen RaucherInnen sollen in ihrer Gemeinde, direkt am Arbeitsplatz oder an einem Ort ihrer Wahl die Möglichkeit haben, an einer RaucherInnen-Entwöhnungsgruppe teilzunehmen. Das Gruppen-Setting bietet vor allem gegenseitigen Ansporn, Unterstützung im Kreis von Gleichgesinnten und bei möglichen Rückfällen.

Der Schulungsablauf sieht sechs eineinhalb-stündige Module vor, von denen das erste auch durch eine/n Ärztin/Arzt übernommen werden kann, die restlichen fünf Module werden von einem/r speziell geschulten klinischen Psychologen/in gehalten. Die aufhörwilligen RaucherInnen werden langsam auf den Rauchstopp vorbereitet und erarbeiten mit Unterstützung der Gruppenleitung ein individuelles Programm zur Rückfallprophylaxe. Die regionalen ÄrztInnen sollen miteinbezogen werden.

Organisation

Idealerweise werden die RaucherInnen von ihren vertrauten ÄrztInnen über einen die Auswirkungen des Rauchens und einen möglichen Rauchstopp beraten. Als Hilfsmittel kann der Fagerströmtest angewendet werden, um den Abhängigkeitsgrad der RaucherInnen zu erheben. Die Anmeldung zum Kurs erfolgt über die Arztpraxen oder selbständig mittels Anmeldekarten, Anruf, E-Mail oder über die AVOS Homepage. Die entsprechenden Informationsfolder mit Anmeldekarten werden in Ordinationen und Apotheken aufgelegt und können bei AVOS angefordert werden.

Auch Gemeinden/Betriebe und Praxen können Kurse in den örtlichen Räumlichkeiten anbieten. Dabei organisiert AVOS ab 6 TeilnehmerInnen einen Kurs in der gewünschten Region. Für die einzelnen Regionen werden zudem laufend Anmeldungen von Einzelpersonen entgegengenommen.

Die Teilnahme an der Rauch- Entwöhnungsgruppe kostet EUR 150.--, damit sind alle Kosten inkl. Schulungsunterlagen für die Teilnehmenden gedeckt. Seit August 2011 läuft ein Rückvergütungs­system über die Versicherungsträger mit entsprechenden Voraussetzungen:

Mit dem neuen Rückvergütungssystem werden die Schulungen auch organisatorisch neu gestaltet. Die Teilnehmenden werden zu drei Zeitpunkten der Schulung (vor, am Ende sowie 6 Monate danach) mittels eines standardisierten Fragebogen zum Rauchverhalten befragt.

Im Bundesland Salzburg wird die Aufgabe der dritten Befragung von der SGKK übernommen. Die erhobenen Daten werden durch die Versicherungsanstalten gesammelt und durch den Hauptverband ausgewertet und evaluiert. Dadurch entsteht eine Vergleichsbasis aller in Österreich beteiligten Schulungssysteme zur Rauchentwöhnung.

Mit dem neuen Rückvergütungssystem werden die Schulungen auch organisatorisch neu gestaltet. Die Teilnehmenden werden zu drei Zeitpunkten der Schulung (vor, am Ende sowie 6 Monate danach) mittels eines standardisierten Fragebogen zum Rauchverhalten befragt.

Im Bundesland Salzburg wurde die Aufgabe der dritten Befragung von der SGKK übernommen. Die erhobenen Daten werden durch die Versicherungsanstalten gesammelt und durch den Hauptverband ausgewertet und evaluiert. Dadurch entsteht eine Vergleichsbasis aller in Österreich beteiligten Schulungssysteme zur Rauchentwöhnung.

Umsetzung 2014
  • Entwöhnungsgruppen in den Gemeinden bzw. Betrieben   
  • Insgesamt fanden mit zusammen statt: Davon wurden 4 bei AVOS und 3 in Betrieben durchgeführt.

  • Regelmäßige Strategie-Besprechungen mit den Vertreterinnen der SGKK zur Koordinierung der Zusammenarbeit
  • Unterstützung der Bewerbung der Kurse durch die SGKK (Homepage, Newsletter, …)
  • Fortbildungsveranstaltungen für PsychologInnen
    • Von März bis Juni konnten durch die Zusammenarbeit mit der SGKK neuerlich ein Durchlauf des Curriculums des Hauptverbandes zur „Aus- und Weiterbildung zum/zur Experten/in für Tabakentwöhnung – Ambulante RaucherInnenberatung und RaucherInnenentwöhnung“ nach Salzburg geholt werden. Die Kosten des Curriculums wurden dabei zum letzten Mal vom Hauptverband getragen.
    • Ein weiterer Durchlauf des Curriculums findet im Herbst in der Steiermark statt, dabei sind allerdings keine PsychologInnen aus Salzburg anwesend.
  • ÄrztInnen-Information
    • Die ÄrztInnen werden mittels gezielter, regionaler Information laufend über die Kurse informiert und gebeten, ihren PatientInnen die Kursinformation weiterzuleiten.
    • 24. Februar: Vorstellung der Schulungen bei einer Veranstaltung der GynäkologInnen aus dem Bundesland Salzburg
  • Am 26. Mai fand ein Aktionsnachmittag in der Apotheke Hof mit professioneller Beratung und Smokelyser-Messung durch Psychologin
  • Vom 2.-7. Juni organisierte die Gesunde Gemeinde Werfen-Tenneck gemeinsam mit der Sonnenapotheke eine Nichtraucherwoche. Interessierte konnten sich kostenlos und unverbindlich in der Apotheke beraten lassen und über die Kurse informieren. SchülerInnen der HS Werfen haben dazu einige Bilder/Kollagen zum Thema Rauchen erstellt.
  • Vernetzungstreffen für PsychologInnen          
    Bei quartalweisen Österreich weiten Vernetzungstreffen haben PsychologInnen und ExpertInnen aus der Organisation von Schulungen die Möglichkeit eines nationalen Austausches zu Rauchentwöhnungsprogrammen
  • Interne Organisationsentwicklung       
    Die internen Abläufe bei AVOS werden laufend an die Kursabläufe angepasst mit dem Ziel des geringsten Aufwandes für ÄrztInnen/PsychologInnen und Organisationen/Betriebe bei gleichzeitiger qualitativer Verbesserung.
  • Zur Steigerung der Schulungen im extramuralen Bereich wurde die Bewerbung und Organisation der Entwöhnungsprogramme in die Verantwortung der regionalen Gesundheitsarbeit übergeben. Über die Strukturen der Gesunden Gemeinden und durch direkte persönliche Ansprache, insbesondere der niedergelassenen AllgemeinmedizinerInnen, soll ein dichtes Netz an dezentralen Schulungen gesponnen werden.
Zielsetzung 2015
  • Weitere Sensibilisierungsarbeit in der Bevölkerung bezüglich Rauchentwöhnung und Nichtraucherschutz.
  • Intensivierung der Zusammenarbeit mit den ÄrztInnen für die Zuweisung zu den Schulungen sowie Identifikation anderer Informationswege.
  • Programmvorstellung bei einer Fortbildungsveranstaltung der GynäkologInnen im Februar
  • Ausbau der Zusammenarbeit mit der SGKK: Öffentlichkeitsarbeit, Veranstaltungen